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Die Geschichte dieses Modells ist für mich eine ganz besondere. Nachdem ich mich mit ver- schiedenen Fertigmodellen beschäftigt hatte, kam in mir der Wunsch auf auch einmal ein “richtiges” Modell zu fliegen. Aber woher nehmen? Bei Ebay bin ich dann über diese Pilatus B4 gestolpert. Noch im Rohbau. Ohne Folie und Farbe und in Einzelteilen. Die Sache hatte nur einen Haken, das Modell hatte einen Transportschaden. Was kann man da viel falsch machen dachte ich mir. Der Schaden sah auf den Bildern nicht sehr gross aus. Als habe ich ein Gebot abgegeben. Am Ende habe ich die Pilatus für 26,50 EUR ersteigert. Was für ein Preis!
Nach ein paar Tagen kam ein grosses Paket und es stellte sich heraus, dass der Transportschaden sich auf die Flügelenden beschränkte. Man kann den Schaden gut auf den Bildern erkennen. So ging ich die Sache an. Besorgte mir Elektronik und sonstiges Material um den Flieger zu komplettieren. Ausser einer Tuschezeichnung im Format A3 war keinerlei Dokumentation vorhanden, und ich war absoluter Modellbauanfänger!
An dieser Stelle muss ich einen Dank an meinen Vereinskollegen und Modellbauhändler Winfried Ludwig aus Würzburg los werden, ohne dessen zahlreiche Tips und Ratschläge es wohl nie zu einem erfolgreichen Erstflug gekommen wäre.
Im Januar 2004 war es soweit - Erstflug. In meinem Leben werde ich die Aufregung vor diesem Moment nicht vergessen. Also Motor an und raus. Und das Ding ist geflogen. Ganz ohne irgend welche Zicken. Zwei Kreise und dann Landeanflug. Alles wunderbar geklappt. Einfach nur herrlich. Das war wohl der Moment in dem ich mich in dieses Modell wohl für immer verliebt hatte.
Der zweite Flug ein paar Tage später verlief weniger erfolgreich. Beflügelt vom erfolgreichen Erstflug hat mich auch die steife Briese die an diesem Tag wehte nicht von einem Flug abgehalten. Mit fatalen Folgen. Motor an und gegen den Wind aus der Hand gestartet. Steil nach oben und dann nach 270° senkrecht in den Boden. Was für ein Schlag. Frustriert habe ich alle Teile sorgfältig eingesammelt.
Die Spitze war bis zum Flächenverbinder in lauter Einzelteile zersplittert. Der Rumpf hatte die ganze Energie absorbiert, dadurch war außer ein paar Servogetriebe und die Luftschraube alles heil geblieben. Ich habe dann die gesamte Spitze mit Glasfaser und Harz Stück für Stück wieder rekonstruiert. Gespachtelt, geschliffen und neu lackiert. Und am Ende sah sie wieder wie neu aus.
Seit dem hat die Pilatus B4 viele erfolgreiche Flüge absolviert. Abgesehen von ein paar kleineren Missgeschicken. Sie ist und bleibt mein bestes Stück und hat eine würdige Nachfolgerin in der B4-2 bekommen.
Was für ein würdiger Abgang. Für meinen ersten Urlaub mit alpinem Segelfliegen in Kärnten habe ich die alte B4 reaktiviert. Es war auch ein unbeschreibliches Erlebnis dieses Flugzeug in den Bergen fliegen zu sehen. Leider ist mir beim Landeanflug am Hang ein Missgeschick passiert und der Rumpf hat ein paar Schäden erlitten. Ich habe dies zum Anlass genommen die B4 nun erst eimal einzumotten. Vielleicht packt mich ja irgend wann mal die Nostalgiewelle.
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